Grundlage der Polyketid-Vielfalt

19. April 2022, Dr. Alexander Rittner

Die Biogenese der Polyketosäuren

A­Moleküle, die unter Verlust von CO2 und unter Abspaltung von Coenzym A als Acetylreste angefügt werden. Seltener dienen Methylmalonyl­Coenzym A­Moleküle (eingebaut
als Propionylreste) oder andere aktivierte aliphatische Säuren als Extender. Die Polyketosäuren werden durch Aldolkondensation, C­Acylierung oder Lactonbildung zyklisiert. Je
nachKettenlänge der primär gebildeten Polyketosäuren und derArt derRingschlüsse können z. B. Benzen­, Naphthalen­, Anthracenderivate oder Makrozyklen entstehen.
Polyketide, die aus den gleichen Acylresten gebildet wurden, bezeichnet man als einfache Polyketide. Zu ihnen gehören die Polyacetate (Acetogenine) und die Polypropionate.
Nach der Anzahl der am Aufbau beteiligten Säurereste (Bezeichnung meistens nur bei
Polyacetaten angewandt) unterscheidet man Tetraketide, Pentaketide, Hexaketide etc.
Sind unterschiedliche Acylreste am Aufbau beteiligt, spricht man von gemischten Polyketiden.

Flavanderivate (siehe › Abb. 18.7) werden nach dem Oxidationszustand der C­Atome 2, 3
und 4 des Chromanringes (Ring B) des Flavan­Grundkörpers eingeteilt in Flavanone
(4­Oxo­flavane), Flavone (4­Oxo­flav­2­ene), Flavanonole (3­Hydroxy­4­oxo­flavane),
Flavonole (3­Hydroxy­4­oxo­flav­2­ene), Flavanole (3­Hydroxy­flavane, Catechine), Flavandiole (3,4­Dihydroxy­flavane, Leukoanthocyanidine) und Flavyliumsalze (Anthocyanidine, Oxoniumsalze der Enolform von Flavanonolen). Chalkone (3­Phenyl­acryloyl­phenole) stehen mit Flavanonen im Gleichgewicht, wenn die Chalkone in den Positionen 2‘
und 6‘ freie OH­Gruppen besitzen. Nur wenn freie OH­Gruppen in diesen Positionen fehlen, sind Chalkone per se existent